Wie alles begann

Wie alles begann …

Bereits vor 85 Jahren machte eine Anzahl Jugendlicher den Versuch einen Fussballverein zu gründen. Zahlreiche Schwierigkeiten sorgten dafür, dass es beim Versuch blieb.

Den Namen « Etoile Rouge », den man sich zunächst zugelegt hatte, musste auf Drängen des Herrn Pfarreres in F.C. « La Jeunesse » abgeändert werden.

Präsident war Herr Jules Hertz, Sekretär Herr Pierre Huss und Herr Math. Knaff nahm den Kassiererposten.

Um die nötigen Finanzmittel zu beschaffen, wurde Theater gespielt, doch auch hier meldete die geistliche Obrigkeit Reserven an, weil Theaterstücke mit gemischten Rollen nicht gern gesehen waren und so musste so manches Fräulein von der Kanzel aus zur Ordnung gerufen werden.

Es war schier unmöglich, ein Grundstück zum Fussballspielen zu pachten und so mussten notgedrungen die wenigen Treffen auf einer Wiese « hinter Knupp » beziehungsweise « Vir Langert » ausgetragen werden. Vor dem Spiel wurden die Tore errichtet, die kurz nach Apfiff wieder weggeräumt wurden. Die Spieler trugen die einzelnen Teile der Tore von Spielfeld zu Spielfeld, so wie es die Umstände verlangten.

Jeder Spieler musste die Kosten zur Uniformbeschaffung selbst tragen.

Die wenigen Spiele wurden gegen Mannschaften aus Bissen und Gilsdorf ausgetragen, da auch hier « wild » gespielt wurde. Die Reisen wurden zu Fuss, per Fahrrad oder Eisenbahn vorgenommen, so z.B. nach Bissen. Die Rückfahrt geschah auf gleiche Weise. Nach zwei Jahren mussten dann aber wegen Spielfeld- und Finanzsorgen die Waffen gestreckt werden.

Als im Jahre 1930 die Musikgesellschaft gegründet wurde, wurde der Kassenüberschuss von 350.- Franken diesem neuen Verein übergeben, welcher sich später revanchierte und dem F.C. Blo-Wäiss Medernach einen Ball schenkte.

Die unermüdliche Suche nach einem geeigneten Spielfeld

Ein geeignetes Fussbalfeld zu finden war auch eines der Hauptprobleme für die begeisterten Männer die im Jahre 1947 den Grundstein zum jetzigen F.C. Blo-Wäiss legten. Man konnte sich schliesslich mit dem Pächter der « Millewies » an der Diekircherstrasse einigen. Der Krieg hatte jedoch auf der Wiese seine Spuren hinterlassen und so mussten die Mitglieder und der Vorstand, in wochenlanger Arbeit, zuerst die mannshohen Löcher auffüllen, um ein einigermassen ebenes Spielfeld zu erhalten. Desweiteren sorgte das weidende Vieh für Unebenheiten, die vor jedem Spiel bereinigt werden mussten.

Als das Feld 1950 verkauft werden sollte, trat der F.C. Blo-Wäiss an die Gemeindeväter heran, mit der Bitte, diese Gelegenheit zum Kauf nicht zu verpassen. Jedoch in Anbetracht der vielen Liebhaber (selbst unter den Gemeinderatsmitgliedern) stiess der Wunsch auf taube Ohren. Der Verein wollte das Feld sogar selbst kaufen, doch auch dieser Plan schlug, wegen des überteuerten Verkaufspreises, fehl. Schliesslich konnte eine Einigung mit dem neuen Eigentümer über die weitere Pacht erzielt werden.

Als der F.C. Blo-Wäiss 1953 in die Promotion aufstieg, entsprach das Spielfeld nicht mehr den von der FLF für diese Division festgelegten Massen. Da der Besitzer sich weigerte, einer Vergrösserung des Spielfeldes zuzustimmen, musste nach einer neuen Möglichkeit Ausschau gehalten werden. Ein neuer Platz konnte gefunden werden. Auch hier konnte man sich mit dem Besitzer J.-P. Arend über den Pachtpreis einigen, jedoch mit der Auflage, dass der Besitzer die Pferche durch sein Vieh abweiden durfte.

Von neuem begann das Schaufeln und Ausfüllen, so dass das Spielfeld am Vorabend der Meisterschaft 1960-61 hergestellt war. Beim Herbeischleppen von Boden hatte der Lastwagenfahrer die Torpfosten übersehen, und dieselben abgebrochen. Ersatz musste schnellstens her, denn am anderen Tag sollte gespielt werden. In Zusammenarbeit mit dem Sägewerkbesitzer wurden neue Tore gehobelt und nach einigen Überstunden zu nachtschlafender Zeit stand das Tor wieder.

Während Jahren strampelten nun 2-4 Mannschaften und 15-30 Kühe auf dem Spielfeld herum. Sogar der Versuch, den Bauern durch einen höheren Pachtpreis zu überzeugen, das Vieh vom Platz zu lassen, schlug fehl. Er drohte sogar mit der Kündigung des Vertrages.

Im Jahre 1965 wurde dem Verein durch einen Verwandten von Madame Arend mitgeteilt, dass das gesamte Areal « Im Weier » zum Verkauf stehe. Die Gemeindeverwaltung wurde eingeschaltet, und dank der guten Beziehungen des Herrn Bürgermeisters zu Madame Arend, wurde der Kauf perfekt.

Die Drainagearbeiten wurden durch Subsidien des Sportministeriums und der Gemeindeverwaltung ermöglicht, und so konnte im Mai 1968 die feierliche Einweihung vorgenommen werden.

Im Jahre 1977 konnte die neue Flutlichtanlage in Betrieb genommen werden und am 08.10.1988 wurde die neue Sporthalle, welche nicht zuletzt dem F.C. Blo-Wäiss Medernach von grossem Nutzen ist, mit ihren modernen Umkleideräumen in unmittelbarer Nähe zum Spielfeld, feierlich von der Gemeinde eingeweiht.